Programmnotizen 2025

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Besetzungsliste


kaiserlich-königliches Konzertprogramm 2025


Imre Kálmán – Die Csárdásfürstin - Ouvertüre

Feurige Csárdásklänge, schwungvolle Walzer und der Glanz der Operettenwelt: mit der Ouvertüre zu seiner Erfolgsoperette entführt der Komponist Imre Kálmán in ein Wechselspiel aus ungarischem Temperament und Wiener Charme. Die Musik sprüht vor Lebensfreude und dramatischer Theatralik und ist damit der perfekte Auftakt in das kaiserlich-königliche Konzertprogramm des interkantonalen Orchesters, das die beiden Destinationen der Orchesterreise perfekt verbindet.
Die Csárdásfürstin wurde 1915 uraufgeführt – mitten im Ersten Weltkrieg – und wurde bald zu einem internationalen Erfolg. Die Geschichte um die gefeierte Sängerin Sylva Varescu und ihre Liebe zum adeligen Edwin bietet nicht nur Romantik, sondern auch eine starke weibliche Hauptfigur und kritische Untertöne gegenüber starren Gesellschaftsnormen und ist ein echter Klassiker der Operettenliteratur.
 


Gordon Langford – Rhapsody for Trombone

Solist: György Gyivicsán
Gordon Langford war ein britischer Komponist, Pianist und Arrangeur, der für seine Vielseitigkeit bekannt ist. Er schrieb sowohl Unterhaltungsmusik als auch Werke für Sinfonie- und Blasorchester und wird besonders für seine eleganten und zugleich technisch anspruchsvollen Solowerke für Blechbläser geschätzt.
Die Rhapsody for Trombone entstand als Konzertstück für Wettbewerbe und wurde schnell zu einem beliebten Repertoirestück. Sie verlangt vom Solisten alles: weite melodische Bögen, virtuose Läufe und totale Kontrolle über Dynamik und Klangfarben. Das Stück rückt alle Charakteristiken der Posaune ins Rampenlicht und lässt sie glänzen.

Langford selbst war übrigens auch ein begabter Humorist – er schrieb unter Pseudonymen Unterhaltungsmusik und trat in jungen Jahren als "musikalischer Komiker" auf.
 

Alfred Reed – El Camino Real (A Latin Fantasy)

«El Camino Real (A Latin Fantasy)» von Alfred Reed für symphonisches Blasorchester basiert auf den traditionellen Akkordfolgen spanischer Flamenco-Gitarristen, die Reed in eine lebendige und kraftvolle Fantasie umgewandelt hat. Es enthält lateinamerikanische Elemente und ist bekannt für seinen feurigen Stil und brillante Spielweise.
Der Name des Stücks «El Camino Real» (Der Königliche Weg) bezieht sich auf eine historische Strasse, die sich durch Kalifornien erstreckt und die frühen spanischen Missionen miteinander verband. Diese Strasse symbolisiert in Reed's Werk eine Reise durch die reiche und vielfältige musikalische Landschaft Lateinamerikas.
Alfred Reed war ein amerikanischer Komponist mit über 200 Werken für Blasorchester. Seine Musik ist geprägt von rhythmischer Energie, klarer Form und emotionaler Direktheit. Reed, der als Arrangeur beim Rundfunk arbeitete und später Professor in Miami war, galt als einer der Vordenker moderner Blasorchesterliteratur.
 

Vittorio Monti – Csárdás

Solist: György Gyivicsán

Der Italiener Vittorio Monti war ein vielseitiger Musiker: Geiger, Dirigent und Komponist, der in Paris lebte und arbeitete. Sein Csárdás, vermutlich um 1904 entstanden, ist sein einziges heute noch bekanntes Werk und das mit Kultstatus. Kaum ein Virtuosenstück für Violine ist weltweit so verbreitet und beliebt, und es wurde vielfach für andere Soloinstrumente bearbeitet.
Die Struktur folgt dem traditionellen ungarischen Csárdás-Tanz: eine langsame, melancholische Einleitung (Lassan), gefolgt von einem mitreissenden, rasanten Teil (Friska). Diese emotionale Achterbahnfahrt macht das Stück für das Orchester und das Publikum so fesselnd.
Obwohl Monti Italiener war, hatte er eine grosse Faszination für die Musik Osteuropas. Der Erfolg seines Csárdás war so gross, dass es sogar als Pausenfüller in frühen Tonfilmen und Varietés eingesetzt wurde – ein echter Dauerbrenner der Musikgeschichte.
 

Thiemo Kraas (arr.) – 80er KULT(tour)

«80er Jahre KULT(tour)» ist ein Medley, arrangiert von Thiemo Kraas, welches eine Auswahl an populären deutschsprachigen Liedern aus den 1980er Jahren enthält. Diese Ära, auch bekannt als «Neue Deutsche Welle», war geprägt von einzigartigen musikalischen Stilen, die bis heute grossen Einfluss auf die Pop- und Rockmusik haben. Die ausgewählten Lieder haben einen richtigen Kultstatus und laden auf eine nostalgische Reise durch die unvergesslichen Hits dieser Zeit ein.
Das Medley enthält die folgenden fünf Hits:
  1. Skandal im Sperrbezirk – Spider Murphy Gang
  2. Ohne dich (schlaf´ ich heut Nacht nicht ein) – Münchener Freiheit
  3. 1000 und 1 Nacht (Zoom!) – Klaus Lage Band
  4. Sternenhimmel – Hubert Kah
  5. Rock Me Amadeus – Falco
Thiemo Kraas zählt zur jungen Generation deutscher Blasorchesterkomponisten. Er studierte Musikpädagogik und Dirigieren und ist als Komponist, Lehrer und Workshopleiter aktiv. Seine Werke zeichnen sich durch Humor, musikalische Intelligenz und einen direkten Draht zum Publikum aus. Er hat es geschafft, sehr nah an den jeweiligen Originalen zu bleiben und den Titeln zugleich seine eigene Handschrift zu verleihen.
 

Samuel Hazo – Arabesque

Das Stück «Arabesque» entstand auf Wunsch eines Highschool-Orchesters, das eine Verbindung zur orientalischen Musik herstellen wollte. Hazo liess sich von arabischen Skalen, Rhythmen und Ornamentik inspirieren, daher der Titel Arabesque, der auch in der bildenden Kunst ein Begriff für verschnörkelte orientalische Muster ist.
Mit schwirrenden Läufen, intensiven Schlagwerkpassagen und lyrischen Momenten gelingt dem Komponisten ein packender und mitreissender musikalischer Brückenschlag zwischen westlicher und nahöstlicher Klangwelt.
Samuel Hazo ist ein amerikanischer Komponist, der sich ganz auf Blasorchesterwerke konzentriert. Seine Musik ist oft inspiriert von Literatur, Geschichte oder interkulturellen Begegnungen. Arabesque, 2008 geschrieben, ist eines seiner bekanntesten Werke und wurde vielfach ausgezeichnet.
 

György Korda – Lady «N»

György Korda ist eine Legende der ungarischen Unterhaltungsmusik. Bereits in den 1960er Jahren wurde er mit romantischen Liedern im Stil des französischen Chansons und der Italo-Schlager berühmt. Oft trat er gemeinsam mit seiner Frau, der Sängerin Klári Balázs, auf. Bis heute ist das Paar fester Bestandteil der ungarischen Popkultur.
Lady «N» ist eine seiner bekanntesten Balladen und überzeugt mit einer Mischung aus sanftem Pop, eleganter Melodik und sentimentaler Nostalgie. Die Melodie erzählt von einer geheimnisvollen Dame und einem Hauch von vergangener Romantik. In Blasorchesterfassung erhält das Lied eine besondere Klangfülle, bleibt aber dem weichen, fast filmischen Charakter treu.
Ein wunderbarer Ausklang für ein Konzertprogramm, das von Operettenzauber bis zu Popkultur ein weites Spektrum musikalischer Emotionen abdeckt.
 
Schwyzer Kantonal Musikverband • .ins+foh.@sh0kmx8v.b.chk