Meine Hauptaufgabe ist, den Überblick zu behalten
Zusammen mit der Jungen Bläserphilharmonie Aargau begibt sich das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester (SKJBO) vom 3. bis
10. August auf «kaiserlich-königliche Orchesterreise» nach Österreich und Ungarn. Co-Lagerleiterin ist die 27-jährige Nadia Scherer aus Wilen.
Kopf des Tages im Marchanzeiger vom 28.7.2025;
Bericht mit freundlicher Genehmigung von Marchanzeiger
Text: Irene Lustenberger, Marchanzeiger; Bild: Nadia Scherer
Wie kam es, dass Sie Teil des Leitungsteams der «kaiserlich-könig lichen Orchesterreise» wurden?
Schon bei der letzten Orchester reise mit dem SKJBO in die Ukraine 2021 durfte ich – damals noch als Teilnehmerin – erste Zusatzaufgaben übernehmen. Als ich im Anschluss angefragt wurde, ob ich Lust hätte, im OK mitzu arbeiten, habe ich sofort zugesagt.
Wie entstand überhaupt die Idee dieser Reise?
Das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester konzertiert regelmässig im Ausland. Die Idee mit der «kaiserlich königlichen Orchesterreise» in gleich zwei verschiedene Länder verdanken wir unserem Dirigenten Marco Müller und unserem OKP Mathias Bachmann. Dank ihnen kamen wir an gute Kontakte in Ungarn, unter anderem zu unserem Solisten, dem Posaunisten György Gyivicsán.
Für die Reise tut sich das SKJBO mit der Jungen Bläserphilharmonie Aargau zusammen. Wie kam das?
Damit wir vor Ort als klanglich vielfältiges Blasorchester mit einer guten Besetzung auftreten können, haben wir uns mit der Jungen Bläserphilharmo nie Aargau zusammengeschlossen. Zusammen sind wir ein Gesamtorchester mit mehr als 70 Jugendlichen – das macht einfach Spass.
Wie läuft die Reise ab?
Wir fahren am Sonntagabend mit dem Car ab und er reichen am Montagmorgen die ungarische Hauptstadt Buda pest. Dort stehen zwei Tage intensive Probearbeit auf dem Programm. Gemeinsam werden die letzten Details geprobt, bevor uns die Reise am Mittwoch weiter an den Plattensee führt. Dort haben wir am Abend unser erstes Konzert in Balatonfüred. Das zweite Konzert wird ganz in der Nähe stattfinden: ein Kurkonzert im Thermalbad in Tamási. Danach fahren wir nach Österreich und spielen das dritte Konzert in der Wiener Neustadt. Bevor es nach Hause geht, verbringen wir noch einen Tag in Wien. Übernachten werden wir jeweils in Hotels vor Ort, und nebst den musikalischen Terminen stehen auch gemeinsame Nachtessen und Ausflüge auf dem Programm.
Mit 70 Jugendlichen ins Ausland zu reisen, ist bestimmt ziemlich herausfordernd. Wie kann man sich Ihre Arbeit genau vorstellen?
Aktuell beschäftigt sich das gesamte OK noch mit den letzten Details kurz vor der Abreise. Die Organisation über drei Länder hinweg ist tatsächlich eine Herausforderung (lacht). Meine Hauptaufgabe vor Ort wird jedoch sein, den Überblick zu behalten und spontan auf Unvorhergesehenes zu reagieren, damit die Teilnehmenden möglichst wenig davon mitbekommen, sich aufs Musizieren konzentrieren und die Reise geniessen können.
Welches waren die grössten Her ausforderungen?
ine der grössten Herausforderungen waren definitiv die vielen Reservationen: drei verschiedene Hotels, gleich fünf Konzerte in unterschiedlichen Lokalitäten, mehrere Restaurants, die Kapazität haben für eine so grosse Gruppe – und das alles mitten im Sommer während der Hochsaison. Das war schon eine Challenge.
Was erwartet die Zuhörer an den Konzerten?
Ein kurzweiliges und hochstehendes Programm, das sowohl zum Motto der Orchesterreise passt als auch zu einem Jugendblasorchester. Ein besonderes Highlight ist sicher das Posaunen solo, gespielt von György Gyivicsán. Viel mehr möchte ich aber nicht verraten.
Das gleiche Konzert wird dann auch in der Schweiz aufgeführt, oder?
Ja genau, wir spielen eine Woche nach unserer Rückkehr zwei Abschluss konzerte in der Schweiz für unser Heimpublikum. Am Samstag, 16. August, im Kanton Aargau und am Sonntag, 17. August, im Maihofsaal in Schindellegi.
Konzerte bedingen auch Proben. Wie sieht die Probearbeit aus?
Der Grossteil der Probearbeit passiert individuell zu Hause. Zusätzlich haben bereits drei Gesamtproben stattgefun den, wo sich die Teilnehmenden gegen seitig kennenlernen konnten und nochletzte Stimmeneinteilungen gemacht wurden. Bei der Registerprobe mit den Profis wurde bereits an den Schlüssel stellen gefeilt, damit alle wissen, was es bis zur Abreise noch zu Üben gilt.
Was steht nebst den Konzerten sonst noch auf dem Programm?
Natürlich soll die Orchesterreise nicht nur den musikalischen, sondern auch den kulturellen und den kollegialen Horizont erweitern. Wir haben in unserem Programm darum auch genug Zeit eingeplant, um die verschiedenen Städte zu entdecken, beispielsweise bei einer Flussfahrt auf der Donau.
Worauf freuen Sie sich am meisten?
Auf den Moment, kurz bevor das erste Konzert in Balatonfüred beginnt. Dann, wenn alle nervös und voller Anspannung darauf warten, dass es los geht und hoffen, dass alles funktioniert. In diesem Moment weiss man, warum man alles auf sich nimmt: die Vorbereitung, die Proben, die Anreise und so weiter. Dann wird aus den beiden Jugendblasorchestern definitiv ein Gesamtorchester, das sich hören lässt. Solche Momente sind einmalig, und darauf freue ich mich.