Interkantonales Orchester auf Reisen
Nach intensiver Vorbereitung war es vergangene Woche so weit: das Schwyzer Kantonale Jugendblasorchester (SKJBO) und die Junge Bläserphilharmonie Aargau (JBPA) waren unterdem Motto «kaiserlich-königlich» auf eine gemeinsame Konzertreise durch Ungarn und Österreich.
Mehr als 70 junge Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 15 und 25 Jahren bilden das interkantonale Projektorchester. Mit im Gepäck: ein hochkarätiges musikalisches Programm, viel jugendliche Energie und eine gemeinsame Leidenschaft – das Musizieren.
Die Reise begann am Sonntagabend mit der Abfahrt nach Budapest. Kaum war das Hotel im Herzen der Stadt am Montagmorgen bezogen, stand bereits die erste Gesamtprobeunter der musikalischen Leitung von Marco Müller an. Denn die musikalischen Ziele der Reise sind ambitioniert. Das Repertoire reicht von feurigen ungarischen Tänzen wie «Die Csárdásfürstin» bis hin zu symphonischer Originalmusik für Blasorchester, ergänzt durch populäre Werke und einem Marsch. Der Höhepunkt des Konzertprogramms sind die Stücke mit György Gyivicsán, international gefragter Posaunensolist und Professor an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Mit Brillanz und genau so viel Virtuosität begeistert er sowohl das Orchester als auch das Publikum.
Die Probetage in Budapest wurden intensiv genutzt, doch auch das kulturelle Rahmenprogramm kam nicht zu kurz. Eine abendliche Schifffahrt auf der Donau mit Blick auf das prachtvoll beleuchtete ungarische Parlament, die Kettenbrücke und die imposante Burg war ein besonderes Erlebnis. Beim gemeinsamen Abendessen probierten die Jugendlichen ungarische Spezialitäten und entdeckten anschliessend das Budapester Nachtleben.
Weiter führte die Tour zum Plattensee. In Balatonfüred, einem beliebten Ferien- und Kurort, präsentierte sich das Orchester erstmals einem öffentlichen Publikum auf einer stimmungsvollen Freilichtbühne. Die sommerlich warme Abendstimmung und das aufmerksame, begeisterte Publikum boten den idealen Rahmen für einen gelungenen Auftakt.
Am Donnerstag folgte ein Besuch in Tamási. Dort gab es als erstes ein ungewöhnliches Platzkonzert: Im örtlichen Thermalbad, passenderweise im Bademantel, spielten die jungen Musikerinnen und Musiker für die anwesenden Badegäste. Zur Belohnung folgte ein Sprung ins warme Kurwasser, bevor am Abend ein weiteres Konzert im Stadtkulturzentrum stattfand.
Letzte Station im Ausland war Wiener Neustadt in Österreich, wo das Orchester am Freitag in einem beeindruckenden Konzertsaal auftrat. Trotz überschaubarem Publikum konnte das Orchester nochmals zeigen, wie viel Leidenschaft und Freude in der gemeinsamen Musik steckt.
Bevor am Samstag die Heimreise angetreten wurde, konnten die Jugendlichen am freien Tag die verbleibende Zeit nochmals nutzen, um Wien mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erkunden, bevor am Abend alle wieder in den Reisebus stiegen.
Die einwöchige Orchesterreise war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis, geprägt von bleibenden Erinnerungen und neu geknüpften Freundschaften. OK-Präsident und Lagerleiter Mathias Bachmann zeigt sich zufrieden: «Unsere Reise war kaiserlich in der Gastfreundschaft und königlich in der Musik. Die Jugendlichen haben mit ihrer Spielfreude Bühnen, Plätze und selbst ein Thermalbad zum Klingen gebracht und sind dabei zu einem Orchester zusammengewachsen. Solche Erlebnisse sind unvergesslich.»
Zum Glück ist das musikalische Abenteuer noch nicht zu Ende: den Abschluss bilden zwei Konzerte in der Schweiz. Am kommenden Wochenende präsentiert das Projektorchester sein Programm nochmals vor heimischem Publikum in Möriken-Wildegg und in Schindellegi.